Ländervergleichskampf Karlsruhe

Unsere Jugend startet durch – 7 Siege für Lauingen

Wir waren auf dem Ländervergleichskampf in Karlsruhe und stellten mit unseren 8 Sportlern auch die größte bayrische Vereinsgruppe.
Regattaluft schnuppern – unter diesem Gesichtspunkt fuhren die Mädels Martha (Fischbach) und Lotte (Resselberger) gemeinsam mit den Jungs Marco (Spiller), Nikolas (Kigele), Maximilian (Urban) und Vinzenz (Hartmann) sowie den beiden B-Juniorinnen Luisa (Hartmann) und Greta (Stolpe) mit ihrem Trainer Markus (Prinz) auf den Ländervergleichskampf in den Rheinhafen nach Karlsruhe.
Nachdem lediglich Greta bereits auf Regattaerfahrung zurückgreifen konnte, galt es sich im Voraus besonders intensiv auf die Besonderheiten im Wettkampfbereich vorzubereiten.
Alle Boote mussten ihre Standardmanöver wie Wende über Steuer- und/oder Backbord, Streichen und Anfahren an einen Startplatz sowie das Ausrichten der Boote sicher beherrschen. Und dann wäre da ja noch das Rennen an sich. Schnell vom Start wegkommen, die Schlagzahl und Geschwindigkeit schnellstmöglich nach oben treiben und insbesondere in den Mannschaftsbooten soll das ja auch noch synchron sein – alles keine einfache Aufgabe für Kinder die größtenteils erst seit 4-6 Monaten rudern.
Jedoch meisterten sie ihre erste Regatta, zur großen Freude ihres Trainers, mit Bravour und brachten einige Siege und Medaillen mit zurück nach Lauingen. Doch alles von Anfang an. Nach den vielseitigen Trainingseinheiten auf der heimischen Donau wurde am Donnerstag, den 14.10.2021 abends die 7 benötigten Boote abgeriggert und mit dem gesamten Material auf den Hänger verladen.
Los ging es für die 8 Kinder und Jugendlichen mit ihrem Vierer, 3 Zweiern und 3 Einern dann am Freitagnachmittag.
Die Fahrt nach Karlsruhe erwies sich als holprig und war von zahlreichen diversen Staus geprägt. Um diese zu umgehen, wird dann auch schonmal die Alternative  Route durch die Pforzheimer Innenstadt gewählt. Für die Mitfahrer bestimmt sehenswert, für den Fahrer eher anspruchsvoll mit unserem Hänger und dem gemieteten 9-Sitzer von der Stadt Gundelfingen. Aber nichtsdestotrotz hat alles soweit gepasst und auch dank der „Umfahrung“ sind wir nach ca. 4h Fahrt in Karlsruhe am Regattagelände angekommen.
Aufgrund der Dunkelheit wurde auf dem Sattelplatz (abgesperrte Gleise im Industriegebiet!) lediglich das erste Boot für den Samstag, der Vierer, aufgeriggert. Einer der Momente, in denen man seine Stirnlampe liebt=). Im Anschluss daran ging es in die Jugendherberge nach Karlsruhe, in der wir uns coronabedingt akkreditieren mussten, bevor wir uns mit Pizza gesättigt auf die Zimmer begeben konnten.
Und siehe da: es gibt auch noch andere Kinder, die rudern. Und nachdem die bayr. Vereine alle eine lange Anreise hatten, kamen auch alle bereits am Freitag an und man konnte sich schon einmal etwas „beschnuppern“. Am Samstag früh ging es dann endlich los.
Nach dem Frühstück fuhren wir zeitig zur Regattastrecke, um den Pavillion aufzubauen, die Boote aufzuriggern und alles für die ersten Rennen vorzubereiten. Manch ein Kind staunte nicht schlecht, dass bayr. Rudertrainer scheinbar auch Leitplanken-Monteure sind. Um das Boote tragen einfacher zu machen, bauten die (wir) Trainer kurzerhand ein Element der Leitplanke aus (und am Sonntag natürlich fachgerecht wieder ein).
Um kurz nach 10 Uhr startete dann das erste Rennen. Und bereits im allerersten Lauf des Tages gab es eine Lauinger Beteiligung. Der gesteuerte Jungs Vierer 13 Jahre und jünger mit den Ruderern Marco, Nikolas, Maximilian und Vinzenz mit ihrer Steuerfrau Lotte ging auf die 500m lange Strecke.
Jungsvierer  Gret Louisa

 
Auch wenn alle erst ca. 10 mal gemeinsam im Boot saßen, setzten die 5 ihr gelerntes Wissen hervorragend um und setzten sich (begünstigt durch einen Krebs eines der gegnerischen Boote) vom Feld ab. Mit einem tollen Endspurt unterstrichen sie nochmals ihre Willensstärke und Durchhaltevermögen. Doch was nach einem Sieg? Da muss man irgendwo die Medaillen abholen?
Es wird gemunkelt, der Trainer hätte vor dem ersten Rennen vergessen auf den Ort des Siegersteges hinzuweisen (Ich glaube an diesen Vermutungen ist was dran). Dieses Problem löst ein vor freudestrahlender Trainer allerdings gerne, sodass auch jeder seine Medaille und seine Siegertüte in Empfang nehmen konnte.
Weiter ging es mit dem Rennen des Mädchen Doppelzweiers 12 Jahre und jünger. Lotte und Martha fuhren ein souveränes Rennen. Unbeirrt dominierten sie ihr Feld vom Start bis ins Ziel, sodass auch sie am Siegersteg anlegen durften. 2. Sieg in unserem 2. Rennen. Ein sehr erfreuliches Ergebnis (nicht vergessen: wir fahren hin und schauen mal was passiert; so könnte man das Motto unserer Teilnahme beschreiben).
Nach der Mittagspause ging es für Lauingen Schlag auf Schlag. 4 Rennen mit Lauinger Beteiligung in 40 Minuten. Hochkonjunktur für den Trainer. Den Anfang machten Maximilian und Vinzenz im Jungs Doppelzweier 13/14 Jahre. Und obwohl beide dem jüngeren Jahrgang angehören, konnten sie sich mit einem 2. Platz mit ca. 2 Bootslängen Abstand hinter dem Sieger aus Offenbach einordnen. Luisa konnte ihr Regattadebüt im Zweier mit Greta meistern. In einem schön herausgefahrenen ersten Rennen mussten sich die beiden bereits nach dem Start damit abfinden, dass das Boot aus BadenWürttemberg doch deutlich schneller ist. Nichtsdestotrotz konnten sie das Boot vom Canstatter Ruderclub Stuttgart hinter sich lassen und somit einen 2. Platz erreichen.
Ein gelungenes Debüt. Abb. 2 der Jungsvierer aus Lauingen setzt sich ab Abb. 3 Lotte und Martha dominieren das Feld Abb. 4 Greta und Luisa im Zieleinlauf zu Platz 2 Wie sich das anfühlt ein Ruderrennen von Start bis Ziel zu dominieren durfte Lotte mit Martha im Zweier bereits erfahren. Nun ging Lotte im Einer an den Start und konnte auch hier in einem schön gefahrenen Rennen ihre Gegnerinnen aus Karlsruhe und Stuttgart (mit über 10 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte) bezwingen. Nochmal ein 1. Platz für Lauingen.
Martha musste im darauffolgenden Rennen erfahren, wie es sich anfühlt mit körperlich deutlich überlegeneren Gegnerinnen an den Start zu gehen und gleichzeitig auch noch mit aufkommendem Wind und Wellen konfrontiert zu werden. In einem trotzdem schön gefahrenen Rennen kam die 11-jährige leider nicht über einen 5. Platz hinaus. Geknickt vom Ergebnis, aber um eine wertvolle Erfahrung reicher =). Nach einer kurzen Pause für die Lauinger Ruderer gingen abermals Maximilian und Vinzenz an den Start. In ihrem Doppelzweier der 12- und 13-jährigen Jungs mussten sie sich mit einem 3. Platz zufrieden geben. Da steckte das vorangegangene Rennen noch in den Knochen. Aber nach 3 Rennen an einem Tag war den beiden die Erschöpfung sichtlich anzusehen.
Im Anschluss daran wurde es für Marco und Nicolas im Zweier der Jungen 12 Jahre und jünger ernst. Durch abermals aufkommenden Wind hatten die Boote bereits beim Ausrichten am Start ihre Schwierigkeiten, diese meisterten die Jungs allerdings mit Bravour. Als es dann losgeht, bewegt sich das Lauinger Boot nicht vom Fleck. Entsetzen beim Trainer und dann: Rennabbruch. Der Grund: Lauingen hatte eine offene Dolle. Das wäre ohne Rennabbruch schief gegangen. Da könnte so ein Kinderzweier im Rennen schonmal kentern. Wie es dazu kam? Am Steg war die Dolle noch zu.
   Martha
Marco Nikolas
Abb. 5 Lottes Einer auf dem Weg zu Gold Abb. 6 Martha im Einer - 5 Bahnen 5 Boote, die 11-jährigen Mädels liefern sich ein starkes Rennen Abb. 7 Maximilian und Vinzenz kommen am Start gut weg Abb. 8 Marco und Nikolas auf dem Weg zu Platz 2 Im zweiten Startversuch legte das Stuttgarter Boot einen ansehnlichen Frühstart hin, sodass es erst im dritten Anlauf mit dem Start losging. Nichtsdestotrotz konnten die beiden ihr Rennen mit einem 2. Platz (von 4) beenden.
Das letzte Rennen bestritt Greta im Juniorinnen B Einer. Sie erfüllte sich ihren Herzenswunsch und belohnte sich selbst für unzählige Trainingskilometer mit einem schön ausgefahrenen Sieg und damit einem 1. Platz.
Nachdem am Sonntag die Kleinboote nicht mehr benötigt wurden, ging es vor der „Pasta-Party“ noch ans Riggern und verladen der ersten Boote. Gestärkt und erschöpft ging es anschließend wieder zurück zur Jugendherberge. Dort gab es am Abend noch die Bootsbesetzungen für den kommenden Sonntag. Denn: auf dem Ländervergleichskampf der Ruderjugenden aus Bayern, BadenWürttemberg, Thüringen, Hessen und dem Saarland gibt es am Sonntag Vierer und Achter, die aus den jeweiligen Bundesländern unabhängig der Vereinszugehörigkeit zusammengesetzt werden.
Mit der Vorfreude auf den kommenden Tag und einem Bayern T-Shirt als Rennausstattung ging es zeitnah ins Bett. Eine Regatta macht müde (im Übrigen nicht nur die Kinder=). Ehe es am Sonntag mit den Kleinbussen für alle 40 bayr. Kinder wieder an die Regattastrecke ging, stand erst noch das Frühstück sowie das Räumen der JUHE Karlsruhe auf dem Programm.
Im Anschluss standen die zahlreichen Rennen auf dem Programm, wobei bei den insgesamt 13 Rennen der Bayrischen Ruderjugend 11x die Lauinger Sportler vertreten waren. In ihren diversen Renngemeinschaften mit den Sportlern vom Ruderverein Waging, dem Ruderclub Lech Kaufering, dem Ruderverein Regensburg sowie dem Ruderclub Regensburg konnten die Lauinger Ruderer an die Platzierungen vom Vortag anknüpfen.
Als erstes bayr. Boot ging der Mix-Achter der B-Junioren mit unseren Ruderinnen Luisa und Greta an den Start. Der alte Bayr. Holzachter, gegen einen nahezu neuen baden-württembergischen Empacher Achter – die Junioren waren aufgrund der Materialunterschiede durchaus skeptisch. Wie in jedem Achter Rennen gingen an diesem Tag immer nur diese beiden Boote, gefahren von den unterschiedlichen Ruderern an den Start, sodass bei den Achtern von den 5 möglichen Bahnen stets nur 2 belegt wurden. Der Mixachter erreichte mit der Steuerfrau Martha den zweiten Platz und musste sich der körperlich überlegenen Konkurrenz aus BaWü geschlagen geben.
Im Darauf folgendem Rennen, dem Jungen Vierer der 12- und 13-Jährigen, konnten sich Maximilian und Marco mit ihren Mannschaftskollegen souverän von der Konkurrenz absetzten und erreichten abermals den 1. Platz. Somit konnten die Jungs abermals am Siegersteg anlegen und ihre Medaillen und Siegertüten in Empfang nehmen.
Abb. 9 Greta im Schlussspurt
Nach der 1. Pause des Sonntags ging der Juniorinnenachter mit Luisa, Greta und Steuerfrau Martha an den Start und erreichte wie bereits im gemischten Boot den 2. Platz Im anschließenden Mädelsvierer der 12- und 13- jährigen erreichte Lotte mit ihrer Mannschaft den dritten Platz. Da war die Konkurrenz doch deutlich körperlich überlegen… Vinzenz erreichte im Jungen Vierer der 13- und 14-jährigen einen schön rausgefahrenen 1. Platz.
Der männliche Juniorenachter aus einer gemischten Gruppe aus Bayern und Hessen erreichte den 1. Platz. Das 17,60m lange Flaggschiff wurde abermals von Martha gesteuert, da sie als einzige bayr. Teilnehmerin bereits Erfahrung im Achter steuern vorweisen konnte und ihre Mannschaften auch im Rheinhafen von Karlsruhe hervorragend über die Strecke brachte.
Im Leichtgewichts Jungenvierer 12/13 musste sich auch Marco mit einem dritten Platz zufrieden stellen, da das bayrische Boot nicht wirklich in das Rennen hineingefunden hatte und somit leider „nur“ hinterherfahren konnte.
Als Besonderheit des Ländervergleichskampfes folgte ein Achter der Kindermannschaften. In herkömmlichen Regatten dürfen die Sportler lediglich im Skullbereich (mit zwei Rudern in den Händen und damit synchron) an den Start gehen. Am LVK hingegen wird auch in diesem einen Rennen geriemt (ein Ruder wird von beiden Händen umschlossen). Da kein Kind vor der Regatta jemals mit Riemen gerudert ist, gilt es hierbei sich zum einen auf die andere Art des Ruderns einzulassen und es auszuprobieren, vor allem aber mit 7 weiteren Ruderern synchron zu fahren.
Diese Aufgabe meisterte das bayrische Boot, musste jedoch abermals dem Boot des BadenWürttembergischen Landesruderverbandes den Vortritt lassen und erreichte den 2. Platz.
Im Juniorinnenvierer erreichten Greta und Luisa mit ihren Mannschaftskameradinnen aus Regensburg den hart erkämpften 2. Platz. Lotte und Maximilian erreichten im gemischten Kindervierer der 12- und 13-jährigen den 3. Platz. Das Steuer hatte hierbei Nikolas in der Hand und auch er brachte sein Boot schön über die 500m lange Strecke. Aus Kindersicht nicht zu vergessen: der Betreuer-Achter. Auf Initiative der Trainer erst am Samstag gemeldet, gingen zwei Boote an den Start. Der Baden-Württembergische Achter sowie der bayrische Achter.
Unser Trainer Markus kämpfte in diesem Rennen mit seinen Trainerkollegen aus Kaufering und Regensburg um den Sieg, musst sich aber wie auch seine Sportler im Achter mit dem 2. Platz zufriedengeben. Aber: der nächste LVK kommt 2022 – wir sind bereit=). Gegen 16:00 UHR ging eine spannende und abwechslungsreiche Regatta zu Ende, die vom Karlsruher Ruderverein Wicking hervorragend durchgeführt wurde.
Sichtlich erschöpft wurden 3,5h später in Lauingen die Boote vom Hänger abgeladen. Wie geht eigentlich Riemen? Tipps und Tricks gibt es an Land noch kurz vor dem Rennen Alles in Allem eine schöne Veranstaltung bei bestem Wetter und viel guter Laune. Danke an alle die dabei waren (auch an alle Eltern, die uns in Karlsruhe besucht haben). Für alle Interessierten sind die Regattaergebnisse unter https://ergebnisse.lvk-karlsruhe.de/ zu finden. Man darf gespannt sein was Regatta-technisch nächstes Jahr auf uns zu kommt. Markus Prinz (Jugendtrainer Lauinger Ruder- und Surfclub e.V.)
Foto: Frank Fahrnholz (RRV), alle anderen Fotos: Kerstin Resselberger (LRSC)

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