Vergangenes Wochenende machten sich acht Jugendliche mit den Betreuern Konrad Fischbach und Markus Prinz auf den Weg nach Ulm, ein Alternativ Programm, da die Regatten dieses Jahr coronabedingt ausfallen mussten.

Von unseren jüngsten Sportlern mit gerademal elf Jahren und nur einem Sommer Rudererfahrung bis hin zu den alten Hasen, die schon zahlreiche Wanderfahrten miterlebt haben, waren alle Altersklassen mit dabei.

In zwei Booten und mit reichlich Gepäck galt es 44 Kilometer gegen die Strömung donauaufwärts zu rudern. Dabei passierten wir sieben Stauwehre und 15 Brücken. Nachdem wir am Samstag früh morgens aufgebrochen sind und noch ein bisschen gutes Wetter mitgenommen haben, verließen wir schnell die heimatlichen Rudergefilde. Schon nach der Schleuse am Faiminger Stausee ließen wir uns von vorbeischwimmenden Baumstämmen, Turnschuhen, anderen Wassersportlern und Booten überraschen. Ca. alle sechs Kilometer kam dann eine Schleuse. Diese waren jedes Mal wieder ein besonderes Highlight, denn in einer Schleuse ist es kalt, nass, eng und ziemlich wacklig. Und wenn das Schleusentor zu schnell geöffnet wird, kann das Wasser in der Kammer schon ziemlich wild werden. Zum Glück aber waren genügend erfahrene Sportler mit dabei, sodass wir auf unserem Weg nach Ulm jede Schleuse mit Bravour und ohne nass zu werden gemeistert haben.

Nass wurde es dann erst gegen Mittag und zwar von oben. Leider hat das gute Wetter nicht gehalten, aber mit der richtigen Kleidung, warmen Jacken für die Steuerleute und einem raschen Schlag für die Ruderer, haben wir auch die unangenehmen Stunden des Samstags überstanden. Am Stauwehr Leipheim gab es eine kleine Pause. Essen, Trinken und vor allem alle Gliedmaßen mal wieder frei bewegen. Denn mehrere Stunden im Boot sind nicht nur anstrengend für die Muskeln, auch der Hintern tut schnell weh und die Blasen an den Händen müssen versorgt werden. Pünktlich zum Schlussprint, den letzten fünf Kilometern vor unserm Ziel, kam die Sonne wieder raus. Wir sind also bei schönstem Herbstwetter genau auf der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg, Ulm und Neu-Ulm am Donauufer in die Stadt eingefahren.
Nach insgesamt zehn Stunden im Boot erreichten wir unser Ziel, unseren „Nachbar“-Ruderclub in Ulm, der uns wie üblich, sehr gastfreundlich empfangen hat. Sobald unsere Boote sicher verstaut waren, bezogen wir unser Nachtquartier. Zwischen Ergometer und Hantelstangen haben wir unsere Lager im Kraftraum des Ulmer Ruderclubs aufgeschlagen. Einschlafen war nach den langen Stunden auf Wasser nicht schwer. Da war es auch egal, dass der Boden hart war und der mitgebrachte Schlafsack und Isomatte nicht so kuschlig sind wie das eigene Bett. Die erholsame Ruhe wurde ohnehin früh beendet. Pünktlich um sieben Uhr am nächsten Morgen waren wie wieder auf Wasser. Mit im Gepäck ein riesengroßes Lunchpaket, denn das Frühstück gab es auf dem Wasser. Zwischen der Böfinger Halde und dem Stauwehr Oberelchingen haben wir in den Booten, umgeben von leichten Donaunebel gefrühstückt. Auf dem Rückweg war die Strömung auf unserer Seite, so haben wir während dem Frühstück die ersten Meter sehr entspannt zurückgelegt. Der Sonntag hat uns mit wunderbarem Wetter belohnt. Und mit der Strömung im Rücken kamen uns die 44 Kilometer zurück in die Heimat viel kürzer vor als am Tag zuvor.

Die einzige Erschwernis am Nachhauseweg waren die Schleusen. Wegen dem Ablassen von Wasser wurden am frühen Vormittag alle Überläufe zwischen Oberelchingen und der Staustufe in Dillingen geöffnet. Damit waren die Schleusen außer Betrieb und wir mussten die Boote umtragen. Gepäck, Steuer, die ganze Besatzung, die Skulls, alles musste ausgebaut und insgesamt sechs Mal ungetragen werden. Ein echter Kraftakt. Aber nach dieser Wanderfahrt sind wir alle zu Profis im „Umtragen“ geworden. Nach 88 Kilometern und knapp 18 Stunden im Boot erreichten wir am frühen Sonntagnachmittag den heimatlichen Ruderclub wieder. Müde und geschafft, aber wohlauf.